„Dunkle Idylle“ von Carmen Korn

Dunkle_IdylleTitel: Dunkle Idylle
Autor: Carmen Korn
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum: 1. November 2013
ISBN: 978-3-423-71564-5
Genre: Thriller
Seitenzahl: 272
Taschenbuch: 8,95 € [D] / E-Book: 7,99 €

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Ausschnitt aus dem Buch

Wo hatten sie ihn versteckt? Den kleinen wunderbaren Körper. Das geliebte Kind. Noch einmal über seine weichen hellen Haare streichen. Die feste Haut seiner Wangen. Ihm tröstende Worte zuflüstern. „Hush my darling have no fear –„

Buchrückentext:

Als Teresas Mutter mit ihrem Freund zusammenzieht, könnte alles perfekt sein – denn Teresa ist heimlich in dessen Sohn Leo verliebt. Doch das Haus am Kanal scheint das Unglück anzuziehen: Hier verschwand einst ein vierjähriger Junge. Als dann auch noch plötzlich eine junge Frau, die diesen Jungen kannte, auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, beschließt Teresa, auf eigene Faust nach dem Täter zu suchen…

Meine Meinung:

Von der optischen Gestaltung finde ich das Cover sehr gelungen. Die Kontraste zwischen dem schwarzen Hintergrund und der pinkfarbenen und weißen Schrift gefallen mir persönlich wirklich gut. Dazu dann noch der blaue Schmetterling, der als ein Symbol der Idylle auf dem Cover erscheint, durch die dunkle Farbwahl aber beinahe schon unheilvoll wirkt.

Das Buch beginnt mit einem Kapitel, das vor der eigentlichen Hauptgeschichte spielt. Es beschreibt, wie Gerda Dau, wie so oft, auf die drei Kinder der Familie „zur Weide“ aufpasst: Charlotte, Elisabeth und der kleine Sohn Johannes. Als Frau Dau aber eines Tages kurz das Haus verlässt, verschwindet der Junge spurlos. Anderthalb Jahre später zieht die vierköpfige Patchworkfamilie um die 16-jährige Teresa in ebendieses Haus ein, um ein neues Leben zu beginnen. Doch nachdem Teresa von der Geschichte um den vermissten Jungen erfährt und eigene Nachforschungen anstellt, kommt es in der Nachbarschaft zu merkwürdigen Ereignissen, die den Fall immer mysteriöser und die Idylle trügerisch erscheinen lassen…

Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und hatte es bereits an einem Abend durch. Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und hat es geschafft mich bis zum Schluss zu fesseln und das, obwohl (oder vielleicht gerade weil) gleichzeitig alles so…alltäglich wirkt. So wird Teresas neue Nachbarschaft mit genauso angenehmen Worten beschrieben wie das Auffinden der Leichen, bei denen nicht die Brutalität ihres Todes im Vordergrund steht, sondern vielmehr das Gefühl des Verlustes, der Vergänglichkeit und der Stille vermittelt wird.

Eine große Stärke von Carmen Korns Werk „Dunkle Idylle“ sind die Vielzahl an interessanten und individuellen Charakteren, die alle eine sehr eigene und berührende Hintergrundgeschichte haben. Durch diese kleinen Nebenhandlungen nimmt der Leser aber nicht nur am Schicksal der Personen teil und fühlt mit ihnen mit, sondern wird auch in die Irre geführt. Denn da mehrere Charaktere ein düsteres Geheimnis haben, könnte fast jeder mit dem Verschwinden der Jungen zu tun haben. Dadurch habe ich bis zum Schluss das Ende der Geschichte nicht vorhergesehen.

Die Protagonistin Teresa selber ist ein sympathisches junges Mädchen, das Eingehens mit den normalen Sorgen eines Teenagers zu kämpfen hat: Liebeskummer, Probleme mit den Eltern und eine neue Umgebung. Zugleich beweist sie aber auch Reife und Ehrgeiz im Fall des vermissten Jungen. Ich persönlich mochte besonders Gerda Dau sehr gerne, der man ein großes Maß an Empathie entgegenbringt und bei der ich mich immer wieder gefragt habe, was diese leidende Frau noch alles erdulden muss.

Mein Fazit:

Carmen Korn ist mit „Dunkle Idylle“ ein spannender Krimi gelungen, der durch die unvorhersehbare Handlung und die unterschiedlichen Charaktere dafür gesorgt hat, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Für mich ist „Dunkle Idylle“ aber kein reiner Jugendroman, sondern vielmehr ein Buch für Jung und Alt gleichermaßen.


Über die Autorin:

Carmen Korn wurde 1952 geboren Carmen Kornund lebt in Hamburg, wo Sie als Journalistin und Schriftstellerin tätig ist. Unter anderem arbeitete Sie dort für den „Stern“, die „Brigitte“ und „Die Zeit“. Als Schriftstellerin ist Carmen Korn vor allem für ihre Krimis bekannt, für die Sie bereits Preise gewann, so z.B. den „Marlowe-Preis“ für Ihr Werk „Der Tod in Harvestehude“ (1999) und den „Friedrich-Glauser-Preis – Krimipreis der Autoren“ für Ihren Kurzkrimi „Unter Partisanen“ (2004). Weitere bekannte Werke sind „Vorstadtprinzessin“, „Thea und Nat“ sowie Ihre Vera-Lichte-Serie beginnend mit dem Buch „Tod eines Klavierspielers“.

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