„Der Mädchenmacher“ – Interview mit dem Autor Michael Koglin

Endlich ist es soweit: hier ist das angekündigteMädchenmacher_Cover Interview mit dem Hamburger Schriftsteller Michael Koglin, in dem er Fragen zu seiner Person und zu seinem neuen Thriller „Der Mädchenmacher“ (erscheint am 15.09.2014) beantwortet. Vielen Dank an Herrn Koglin, dass er sich die Zeit für dieses Interview genommen hat.

Übrigens: bis Montag, den 15.09.2014 um 23.59 Uhr läuft noch das Gewinnspiel, bei dem ihr ein Exemplar von Michael Koglins „der Mädchenmacher“ gewinnen könnt – mit persönlicher Widmung des Autors! Die Teilnahme erfolgt unter diesem Beitrag.

Viel Spaß beim Lesen!

Eure Betty


Über den Autor

Michael Koglin wurde 1955 in Büdelsdorf/Schleswig-Holstein geboren, lebt aber bereits seit 1973 in Hamburg, als er nach einem landesweiten Schulverbot in Schleswig-Holstein (aufgrund von Artikeln in einer Schülerzeitung) für sein Abitur in die Hansestadt ziehen musste. Dort absolvierte Koglin auch sein Hochschulstudium.Michael_Koglin_PorträtVor, während und nach dem Studium arbeitete Koglin als Lagerarbeiter, Reißwolf-Bediener, Videofilm-Vorführer beim Arbeitsamt, Kraftfahrer, Bildungsarbeiter, Schauermann, Container-Logistiker, Politologe, Friedensforscher, Kaffeeröster, Preisauszeichner, Privatsekretär, Chefstaubsauger und Hilfsgärtner in einem niederländischen ZEN-Kloster. Seit 1982 ist Michael Koglin als freier Journalist (Mare, Brigitte, NDR, Stern, Zeit u.a.) und Schriftsteller tätig. Neben Kriminalromanen verfasste er auch Kurzgeschichten, Kinder- und Sachbücher. Daneben entstanden Rundfunkbeiträge, Reportagen sowie Drehbücher für das ZDF und den Kinderkanal. Koglin wurde bereits mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet.

Quelle: http://www.michael-koglin.de/


Interview

1. Michael Koglin, ich habe noch nie so einen abwechslungsreichen Werdegang gelesen. Wie und durch wen kamen Sie nach all den Stationen zum Schreiben?

Zum Schreiben bin ich durch meine Faulheit gekommen. Mit acht Jahren bemerkte ich, dass meine Mutter in der Küche lieber meinen Geschichten zuhörte, als mich zum Abtrocknen abzubeordern. In einer fünfköpfigen Familie war das immer eine Menge Arbeit. Außerdem meldete sich mich mit sechs Jahren in einer Öffentlichen Bücherhalle an. Das war ihr sehr wichtig, weil sie selbst während der Nazizeit aufwuchs und nicht lesen durfte.

2. Wann haben Sie gemerkt, dass Sie das Schreiben nicht nur als Hobby, sondern auch professionell ausüben können?

Mit 14 Jahren wurde ich zum Chefredakteur einer Schülerzeitung gewählt. Da war dann sehr schnell klar: Das will ich auch beruflich machen.

3. Haben Sie jemals Literatur über die Kunst des Schreibens gelesen? Und welches dieser Bücher können Sie empfehlen?

Sicher, das ist für angehende und fortgeschrittene Autoren sehr lehrreich. Sehr zu empfehlen ist Steven Kings „Über das Leben und das Schreiben.“ Besonders auch für alle, die nicht unbedingt King-Fans sind. Das ist in den USA DAS Standardwerk für angehende Autoren. Auch Sol Steins Bücher zum Creative Writing sind sehr hilfreich. Schreiben ist auch Handwerk, um das man sich immer wieder bemühen muss. Texte mit vielen Adjektiven und Adverbien sind schwer verdaulich. Es geht beim Schreiben ja nicht darum, etwas in die Köpfe der Leser zu kippen, sondern einen Film im Kopf der Leser zum Laufen zu bringen. Und zwar so, dass sie den Roman möglichst nicht mehr aus der Hand legen können.

4. Wie sieht Ihr Alltag derzeit aus und wie ist das Schreiben in diesen eingebaut?

Der Alltag des Autors ist Schreiben. Ob nun morgens, tagsüber oder nachts: Man muss auf den Stuhl. Auch, wenn die hilfreichen Musen gerade anderenorts ihren Spaß haben.

5. Haben Sie beim Schreiben bestimmte Rituale?

Regelmäßig muss es sein. Dann ist für mich grüner Tee wichtig. Ich schließe mich von der Umwelt ab, indem ich über Kopfhörer sehr laut Heavy Metal – Musik höre. Hartes Zeugs. Aus gesundheitlichen Gründen muss ich mich dann ins Zeug legen, schließlich will ich keinen Hörschaden davontragen.

6. Wie lange schreiben Sie durchschnittlich an einem Roman? Und wie sieht der Werdegang von der Entstehung der Idee bis zur Veröffentlichung aus?

Das ist unterschiedlich. Zwischen drei Monaten und einem dreiviertel Jahr. Werdegang? Erst kommt die Idee, dann muss ein Exposé für den Verlag erstellt werden, anschließend das genaue Plotten der Geschichte (Personenentwicklung, Handlungsstränge, überraschende Wendungen …) Dieser Plot wird dann allerdings während des Schreibens immer wieder über den Haufen geworfen, weil die handelnden Personen nie das machen, was der Autor gerne hätte. Dann überarbeiten, überarbeiten, überarbeiten. Anschließend geht es zum Verlag, dann zum Lektor, dann wieder zum Autor und irgendwann ist ein erstes, noch blasses Licht am Horizont zu sehen.

7. Haben Sie einen Lieblingsschriftsteller als Vorbild?

Lieblingsschriftsteller habe ich eine ganze Menge: Zum Beispiel Joseph Roth (Die Legende vom heiligen Trinker) oder George Simenon. Die Liste ließe sich reichlich erweitern.

Mädchenmacher_Cover8. Nach „Seelensplitter“ erscheint mit „der Mädchenmacher“ am 15.09.2014 der zweite „Lina Andersen“-Thriller. Bitte erzählen Sie uns kurz, worum es geht.

Es geht um rätselhafte Morde, bei denen die Opfer wie Essen hergerichtet werden. Lina Andersen ermittelt undercover in den Kreisen von militanten Tierschützern und in einem Supermarkt, doch dann wendet sich die Geschichte und sie wird selbst bedroht. Dann gibt es dort noch jemanden, der sie für eine Mörderin hält und Rache nehmen will und … Die Handlungsstränge sind alle miteinander verwoben und schließlich … ist doch wieder alles ganz anders. DER MÄDCHENMACHER hat Lina längst im Visier hat und ist ganz in ihrer Nähe …

9. Sie scheinen in den letzten Jahren einen Vorliebe für Ein-Wort-Buchtitel entwickelt zu haben. Wie kamen Sie auf den Titel „der Mädchenmacher“?

Der Titel „Der Mädchenmacher“ ist mir bei einem Glas Rotwein eingefallen. Insofern hat er seinen Ursprung in Südfrankreich.

10. Eine Polizistin mit psychischen Störungen, die allen vorgbt ihr Leben im Griff zu haben. Mit Lina Andersen haben Sie in „Seelensplitter“ einen sehr interessanten Charakter erschaffen. Woher hatten Sie die Idee für diese Figur und werden wir in „der Mädchenmacher“ neue Facetten von Lina kennenlernen?

Oh ja, es gibt ganz neue Facetten von Lina. Ich habe sie ins Feuer geschickt und sie wird da nur unter ganz bestimmten Umständen und mit ihren speziellen Fähigkeiten durchkommen können. Charakteren begegne ich auf der Straße. Durch Beobachtung. Und dann nehmen sie allmählich Gestalt an und wollen in die Geschichte … oder eben auch nicht.

11. Was entsteht bei Ihnen zuerst: die Geschichte oder die Charaktere? Wie war es bei den „Lina Andersen“-Thrillern?

Es entsteht gemeinsam. Schon allein, weil Charaktere die Geschichte ja vorantreiben. Und manchmal sind sie auch ganz schön widerspenstig.

12. Denken Sie aktiv über Ihre Geschichten nach, um Ideen zu bekommen, oder gibt es Schlüsselereignisse, die die Grundlage Ihrer Geschichten bilden? Wie ist es im Fall ihres neuesten Buches?

Das ist unterschiedlich. Die Ursprungsidee kommt meistens spontan, intuitiv. Ich wollte mit „Der Mädchenmacher“ über Essen, Fastfood und der maßlosen Gier nach Macht über andere schreiben.

13. Hatten Sie bei den „Lina Andersen“-Thrillern ein Mitspracherecht bei der Covergestaltung?

Ja, bei seriösen Verlagen ist das Autoren-Mitgestaltungsrecht bei der Covergestaltung vertraglich geregelt.

14. Schreiben Sie schon an einer neuen Veröffentlichung oder planen Sie eine? Können Sie schon sagen, worum es gehen wird? Werden Sie die Reihe um „Lina Andersen“ fortsetzen?

Klar, da entstehen gerade Kurzkrimis, Kinderbücher, ein neuer Thriller … Auch als E-Book ist einiges zu finden (Achtung, das ist jetzt Werbung! 😉 ). Außerdem gibt es Verfilmungsabsichten zu meinen Psychothrillern „Bluttaufe“, „Blutengel“ und „Blutteufel“. Und zu einem weiteren Roman. Aber Näheres darf ich darüber nicht verraten. Das mache ich erst, wenn ich auf dem Weg ins Kino bin.

Vielen Dank für dieses Interview!


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